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Gebühren und Kosten

 

Lassen Sie uns über die Kosten der anwaltlichen Tätigkeit sprechen! Neben den gesetzlichen Regelungen im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf den Einzelfall abgestimmte Vergütungsvereinbarungen zu treffen. Für die Beratung soll der Rechtsanwalt darauf hinwirken, eine entsprechende Vereinbarung abzuschließen.

 

Folgende Vergütungsvereinbarungen sind denkbar:

 

Stundenhonorar

 

Bei einem Stundenhonorar vereinbart der Mandant mit seinem Rechtsanwalt ein Honorar in Abhängigkeit von dem zeitlichen Aufwand, den der Anwalt für die Bearbeitung aufbringt. Der Vorteil dieser Vereinbarung liegt darin, dass der Anwalt nur für seine tatsächlich geleisteten Tätigkeiten vergütet wird. Der Zeitaufwand wird abgerechnet und ist für den Mandanten nachvollziehbar. Ein Nachteil liegt darin, dass eine langsame Tätigkeit des Rechtsanwaltes dessen Honorar erhöht. Wenn der Aufwand abschätzbar ist, kann auch ein Maximalhonorar oder Minimalhonorar vereinbart werden.

 

Pauschalhonorar

 

Soweit ein klar umrissener Auftrag vorliegt empfiehlt sich die Vereinbarung eines Pauschalhonorars, z. B. zur Erstellung eines Rechtsgutachtens oder Prüfung eines Vertrages. Der Vorteil des Mandanten liegt in seiner Sicherheit bezüglich der entstehenden Kosten. Nachteilig an dieser Vereinbarung kann sein, wenn der Aufwand entgegen der vorausgegangenen Annahme tatsächlich geringer ist.

 

Vereinbarung eines Streitwertes

 

Vereinbarung eines Streitwertes auf Grundlage des RVG kann zwischen Anwalt und Mandant ein Streitwert vereinbart werden, der zur Grundlage der anwaltlichen Abrechnung genommen wird. Dies empfiehlt sich vor allem dann, wenn der tatsächliche Streitwert sehr hoch oder sehr gering ist bzw. schwer zu ermitteln ist, z. B. in nachbarrechtlichen Angelegenheiten. Der Vorteil dieser Vereinbarung ist, dass die Kosten des Anwalts der Bedeutung der Angelegenheit angepasst werden können. Nachteilig ist, dass bezüglich der Ermittlung der Gebühren für den Mandanten ein erhöhter Erklärungsbedarf entsteht.

 

Erfolgshonorar

 

Hierbei handelt es sich um eine Vereinbarung, bei der der Mandant nur und erst dann Gebühren bezahlt, wenn seine Interessen ganz oder teilweise durchgesetzt worden sind. Der Vorteil für den Mandanten liegt darin, dass er nur im Erfolgsfalle Gebühren an den Rechtsanwalt zahlen muss. Nachteilig ist, dass bei Erfolg die Vergütung in der Regel auch höher sein wird als auf der gesetzlichen Grundlage des RVG. Zurzeit ist die Vereinbarung eines Erfolgshonorars in Deutschland (noch) unzulässig.

 

Mischformen

 

Grundsätzlich kommt es auch in Betracht bezüglich der vorgenannten Vergütungsvereinbarungen Mischformen zu entwickeln, die der jeweiligen Angelegenheit angemessen sind.